Der richtige Sitz für jedes Kind – die wichtigsten Kriterien Teil I
Wer die Wahl hat, hat die Qual – das gilt auch beim Kauf des passenden Autokindersitzes. Aber was ist wirklich entscheidend – Sicherheit oder Preis, Komfort oder Design, einfache Installation oder Flexibilität, Kauf beim Fachhändler oder Online?
Das A & O ist natürlich, dass der Sitz sicher und auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt ist – denn schließlich soll er vor allem eines, nämlich Schutz bieten. Das ist aber nur dann gewährleistet, wenn der Sitz zu Kind und Auto passt und dabei auch richtig eingebaut ist. Und das ist leider keineswegs selbstverständlich – rund 60% aller Kinder sind im Auto nur unzureichend gesichert. Aus diesem Grund haben wir für Sie die wichtigsten Kriterien für den Kindersitz-Kauf zusammengestellt. Hier ein erster Überblick:
1. Alter & Gewicht
2. Fahrzeugtyp
3. Nutzungsverhalten
4. Design & Material
5. Art der Befestigung
Heute möchten wir gemeinsam mit Ihnen zunächst einen genaueren Blick auf die ersten beiden Punkte werfen. Vorab aber noch ein kleiner Tipp: Nehmen Sie Ihr Kind am besten immer mit, wenn es um den Kauf eines Kindersitzes geht – so gehen Sie auf Nummer sicher, dass der Sitz ideal auf die Bedürfnisse Ihres Nachwuchses abgestimmt ist und Ihrem kleinen Passagier auch garantiert gefällt.
1. Alter & Gewicht
Um den optimalen Sitz zu finden, sind zunächst einmal das Alter und Gewicht Ihres Kindes entscheidend. Damit lässt sich die Auswahl schon erheblich eingrenzen – denn Kindersitze sind europaweit einheitlich in verschiedene Gruppen eingeteilt, die nach genau diesen Kriterien untergliedert sind:
- Gruppe 0 für Babys bis 10kg (Geburt bis ca. 6 Monate).
- Gruppe 0+ für Babys bis 13kg (Geburt bis ca. 15 Monate).
- Gruppe 1 für Kinder von 9-18kg (9 Monate bis 4 Jahre).
- Gruppe 2-3 für Kinder von 15-36kg (4 bis 12 Jahre).
- Gruppe 0+ and 1 für Babys und Kinder bis 18kg (bis 4 Jahre).
- Gruppe 1-2-3 für Kleinkinder und ältere Kinder von 9-36kg (9 Monate bis 12 Jahre).
Aus Sicherheitsgründen sollten Sie darauf achten, nicht zu früh in einen Sitz der nächsten Gruppe zu wechseln. Gute Anhaltspunkte für den richtigen Zeitpunkt sind dabei folgende Faustregeln:
- In Babyschalen der Gruppe 0+ darf der Kopf des Babys nicht über den oberen Schalenrand hinausragen.
- Ein Sitz der Gruppe 1 kann so lange verwendet werden, bis der obere Schalenrand in etwa auf Augenhöhe des Kindes liegt. Oberste Priorität haben jedoch trotzdem die Gewichtsangaben.
- Auch der Wechsel zu einem Kindersitz der Gruppe 2-3 sollte auf keinen Fall zu früh erfolgen, denn diese Sitze sind breit genug, um größeren Kindern Platz zu bieten. Ein kleines Kind kann daher leicht aus dem Gurt rutschen, besonders wenn es auf der Fahrt einschläft. Auch die Schultern des Kindes sind noch zu schmal, um den Fahrzeuggurt sicher zu führen.
2. Fahrzeugtyp
Mit welchen Sitzen Ihr Kind während der Fahrt optimal geschützt ist, hängt auch vom jeweiligen Fahrzeugtyp ab. Ob das persönliche Lieblingsmodell zu Ihrem Auto passt beziehungsweise eingebaut werden kann, lässt sich in einigen Fällen mit entsprechender Typenlisten ganz einfach herausfinden.
Kindersitze erhalten nach unterschiedlichen Kriterien eine ‚universal‘, ‚semi-universal‘ oder ‚fahrzeugspezifische‘ Zulassung. Die erwähnten Typenlisten bieten für fahrzeugspezifische und semi-universal zugelassene Sitze wertvolle Orientierungshilfe. Hingegen benötigen Sitze mit einer Universal-Zulassung keine Typenliste, da ein Einbau dieses Sitzes generell möglich ist.
Bei universal zugelassenen Sitzen hilft ein Blick ins Fahrzeughandbuch – hier steht, ob und für welche Kategorie des Kindersitzes die jeweiligen Fahrzeugsitze zugelassen sind. Generell empfehlen wir einen Kindersitz immer im Fachhandel zu kaufen und ihn vor Ort nicht nur im Auto testweise einzubauen, sondern auch den Nachwuchs Probesitzen zu lassen.
Was sonst noch zu beachten ist, um den perfekten Kindersitz zu finden und wie Sie beim Kauf auf Nummer sicher gehen können, zeigen wir Ihnen in Kürze an dieser Stelle.
Bis dahin eine sichere Fahrt!
Ihr
Martin Schamböck

